Josenburg

HISTOUR
HISTOUR-Punkt B12 | Hofpark eines ehemaligen Herrenhauses
Die Ortsbezeichnung „Josenburg“ – ein großer, auf einer Wurt gelegener Bauernhof am Eddelaker und Brunsbütteler Koog – taucht erstmals in den Karten des Kartographen Johannes Mejer von 1559 auf. Eine erste bescheidene Besiedlung dürfte damit bereits im späten Mittelalter erfolgt sein.

Im 18. Jahrhundert ist in den Karten Vahrendorfs hingegen der Name „Gosenburg“ verzeichnet. Diese Schreibweise geht auf eine Legende zurück: In der Region sollen sich einst viele Gänse aufgehalten haben (niederdeutsch: Goos = Gans).
Peter Boje erwarb den Hof im Februar 1717. Bis 1793 blieb das Anwesen im Besitz der Familie. Weder die große Sturmflut von 1717 noch die Überschwemmungen der Folgejahre verschonten den Hof. Durch den Bau des „Soldatendeichs“ (1721/22) wurde Josenburg zur Deichrandsiedlung. 1793 heiratete die Witwe des letzten Boje-Nachfahren den Kirchspielvogt Johann Friedrich Piehl aus Brunsbüttel. Dieser ließ 1794 das Josenburger „Schloss mit den vielen Fenstern“ errichten – das erste Dithmarscher Herrenhaus. 1865 ließ Jakob Wilhelm Piehl das marode gewordene „Schloss“ abbrechen und nach einem Brand neue Gebäude errichten. Sein Sohn Fritz Piehl übernahm den Hof, der jedoch 1890 erneut abbrannte und wieder aufgebaut werden musste. Piehls Töchter bewirtschafteten den Betrieb weitere 30 Jahre lang.

1986 erwarb die CONDEA Petrochemie-Gesellschaft (heute: Sasol) den Hof und ließ nach einem weiteren Brand die letzten Gebäude abreißen. Als einzige Überbleibsel der einstigen Pracht gibt es heute noch den erhaltenen Hofpark sowie eine Sandsteinfigur, die den romantischen Garten der Familie Willer am Josenburger Weg ziert.

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