Im ersten Schritt geht es darum, den betrieblichen CO2-Fußabdruck zu ermitteln. Dabei werden alle Treibhausgasemissionen berücksichtigt, z. B. Energieversorgung, Lebensmittel und Gästeanreise. Zwar verpflichtet die EU-Richtlinie zum sogenannten „Corporate Sustainability Reporting“ bisher nur größere Unternehmen zur Berichterstattung über klimabezogene Informationen. Allerdings ist die Berechnung der unternehmensindividuellen Treibhausgasbilanz wichtig, um zu erkennen, wo am meisten CO2-Emissionen durch den Betrieb frei werden. Dadurch werden die Hebel zur größten Treibhausgas-Reduktion ersichtlich, die Sie für wirksame Klimaschutzmaßnahmen nutzen können. Viele Anregungen für Maßnahmen, die nicht nur der Natur und dem Klima, sondern auch Ihrem Geldbeutel zugutekommen, finden Sie in diesem Leitfaden. Binden Sie auch den Gast in Ihre Klimaschutzbemühungen ein! So können Sie den Reisenden bereits bei Buchung anbieten, dass sie freiwillig die CO2-Emissionen, die durch ihre Übernachtung bzw. durch die Nutzung Ihres Angebots entstehen, kompensieren. Unterstützen Sie dabei vertrauensvolle und bestenfalls regionale Kompensationsprojekte.
Die Folgen des Klimawandels sind bereits jetzt in den deutschen Urlaubsdestinationen spürbar. Halten Sie für Gäste daher wetterangepasste Angebote, Tipps für heiße Tage u. v. m. bereit. Machen Sie auch Ihren Betrieb fit für die Zukunft: Informieren Sie sich, welche Veränderungen und Klimawandelfolgen auf Ihren Standort zukommen. Prüfen Sie, welche Maßnahmen Sie bereits jetzt ergreifen können, um diesen frühzeitig entgegnen zu können. So kann die Anlage eines Gründachs beispielsweise durch die Verdunstungsleistung der Pflanzenschicht in heißen Sommern für Kühlung sorgen und im Winter als Wärmedämmung fungieren. Bei Starkwetterereignissen kann ein begrüntes Dach zudem Regenwasser speichern und so zur Entlastung der Kanalisation beitragen. Berücksichtigt man neben der Einsparung von Energiekosten auch die ästhetische Funktion des Gründachs und die Förderung der Artenvielfalt durch zusätzlichen Lebensraum wird schnell klar: Gut gewählte Maßnahmen zur Klimawandelanpassung können sich auf vielfältige Weise positiv auf den Betrieb, die Menschen und die Natur auswirken.
Herausforderungen für Ihren Betrieb ergeben sich jedoch nicht nur aus dem Klimawandel, wie die COVID-19-Pandemie schmerzlich bewiesen hat. Um langfristig zukunfts- und wettbewerbsfähig zu bleiben, kann eine umfassende Risikoanalyse hilfreich sein. So erkennen Sie mögliche Risikofaktoren wie Engpässe bei der Energieversorgung oder auch Veränderungstrends bei der touristischen Nachfrage und können Ihre Widerstandsfähigkeit erhöhen. Insbesondere die Vernetzung und die Kooperation mit anderen Akteuren sowie die Etablierung regionaler Wirtschaftskreisläufe kann zu einer höheren Resilienz führen.
*Resilienz beschreibt die Fähigkeit einer Person, eines Unternehmens oder eines Systems schwierige Situationen wie Krisen oder Katastrophen ohne dauerhafte Beeinträchtigung zu überstehen.